Ein Blick zurück - ein Streifzug in die Geschichte eines historischen Vereines

Gemischter Chor bis zum Festspielchor

Bedingt durch eine schwindende Anzahl aktiver Sänger wurde am 28.03.1980 aus dem Männerchor zum zweiten Mal ein gemischter Chor, der 2005 sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

Anlässlich des 140-jährigen Bestehens des Gesamtvereins 1985 restaurieren die Frauen des Vereins die erste Fahne von 1846/47 und die ererbte Fahne des abgespaltenen Männergesangvereins von 1884.

Zum 150-jährigen Jubiläum im Jahre 1995 führt die Harmonie unter der Leitung von Heinrich Hofmann Giacomo Puccinis "Messa di Gloria" in der Katharinenkirche auf – ein Musikerlebnis der besonderen Art.

Von 1997 bis 1999 wirkt die Harmonie als Festspielchor bei den Oppenheimer Festspielen mit.

Neuer Aufschwung und 100-Jahresfeier mit Zelterplakette

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird 1948 die Singtätigkeit unter dem Namen Männergesangverein Harmonie 1845 Oppenheim wieder aufgenommen. Die Feier zum 100-jährigen Jubiläum wird 1950 nachgeholt und 1957 wird dem Verein von Bundespräsident Heuss die Zelterplakette „mit Verspätung“ verliehen.

Kriegsjahre

Während des Ersten Weltkriegs muss die Vereinstätigkeit leider ruhen. Im April 1922 beschließt der Vorstand, keine gemischten Chöre mehr aufzuführen. Es beginnt die 58 Jahre währende frauenlose Zeit in der Harmonie. Bei einem Gesangswettstreit im Mai 1924 in Worms erhält Dirigent Weber den Dirigentenpreis, eine Halskette aus Edelmetall, die sich auch heute noch in Besitz des Vereines befindet.

1931 bietet sich die Gelegenheit für die Harmonie im Südwestdeutschen Rundfunk zu singen und 1932 nimmt der Chor in zünftiger Küferkleidung am 11. Deutschen Sängerbundfest in Frankfurt teil. Während der Zeit des Nationalsozialismus werden am 06.10.1933 wegen des Gleichschaltungsgesetzes der 1878 abgespaltene Männergesangverein Oppenheim und der Männergesangverein Harmonie zum Männergesangverein Harmonie Oppenheim zusammen gefasst.

1878 - 1900

Wegen Meinungsverschiedenheiten, bei denen es wohl nicht so harmonisch zugegangen sein muss, treten 1878 der Vorstand und der Chorleiter zurück. Daraus entsteht der Männergesangverein Oppenheim und besteht von da an parallel zum Gesangverein Harmonie von 1845. Nach der Teilnahme an der Feier zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelm I., ersten Theateraufführungen des Vereins, der Mitwirkung an der Einweihung der Landskronhalle nimmt die Harmonie zu Beginn des 20. Jahrhunderts am 18.01.1900 am 25-jährigen Stiftungsfest der Harmonia Nierstein teil.

Historisch schwierige Gründungsjahre

Doch es dauerte noch sieben Jahre bis es endgültig zur Genehmigung des Gesangvereins kam: Die Satzung der Harmonie vom3. Juni 1845, dem Gründungstag der Harmonie, ist im ersten Protokollbuch von sechs Personen unterzeichnet worden, die bereits das oben erwähnte Schreiben vom 06.03.1838 unterschrieben hatten. Die Phase der Vereinsgründung fiel in eine Zeit des Umbruchs in Deutschland: Ende des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen“, Wiener Kongress, Deutscher Bund, Vormärz, Entstehung und Niederwerfung der Burschenschaften, Julirevolution in Frankreich, Restauration, Märzrevolution in Deutschland 1848, Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche - um nur ein paar der herausragenden historischen Ereignisse anzuführen. Diese unsteten und unklaren politischen und sozialen Verhältnisse zeigen, warum eine Vereinsgründung in der damaligen Zeit recht schwierig gewesen sein muss. Die Harmonie schließt sich in der Folge 1849 dem Deutschen Sängerbund an und veranstaltet schon 1858 einen Sängertag in Oppenheim. Bereits 1875 beschließt die Generalversammlung zum ersten Mal die Bildung eines gemischten Chores!

Gründungszeit

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Harmonie in einem Schreiben vom 6. März 1838, als von drei Vorstandsmitgliedern und den 25 Mitgliedern des damals bestehenden Singvereins an den großherzoglichen Bürgermeister ein Gesuch mit der Bitte um Genehmigung des Vereins eingereicht wurde. Diese Urkunde ist durch einen glücklichen Zufall in den Besitz unseres Vereins gelangt und wird bald im neuen Stadtmuseum mit Unterstützung des Oppenheimer Geschichtsvereins einen würdigen Platz finden.

Das Vereinsmaskottchen mit historischer Fahne